Geschichte
Um
111 vor unserer Zeitrechnung weitete die chinesische Han Dynastie ihren
Einflussbereich nach Süden, in das Gebiet um den Roten Fluss aus.
Die folgenden Jahrhunderte wurde der Norden des heutigen Vietnams stark
von chinesischer Kultur beeinflusst. Dazu gehörte vor allem die
Etablierung eines damals modernen Staats- und Verwaltungswesens. Die
vietnamesischen Dynastien und der vietnamesische Kaiserhof folgten den
Strukturvorbildern aus Peking. 939 n.Ch. fand die chinesische Fremdherrschaft
ihr partielles Ende. Der Staat Dai Viet (Großvietnam) wurde gegründet.
Das vietnamesische Kaiserreich dehnte sich über die Jahrhunderte
langsam nach Süden aus und erreichte in der Mitte des 18. Jahrhunderts
den Golf von Siam.
Mit dem Jahr 1858 begann eine neue Epoche vietnamesischer Geschichte:
französische Truppen eroberten da heutige Danang . Drei Jahre später
trat der vietnamesische Kaiser Tu Doc Südvietnam an Frankreich
ab. Die Kolonie Cochin China wurde errichtet. 1883 wurde auch der Rest
des Reiches dem französischen Protektorat eingegliedert.
1930
probte die Vietnamesische National Partei einen erfolglosen Aufstand.
Die französischen Repressionen zwang die Opposition schliesslich,
sich an die im Untergrund organisierten Widerstandler - die Kommunisten
- zu wenden. 1941 ging aus der von Ho Chi Minh gegründeten Kommunistischen
Partei (1930) Indochinas die Freiheitsbewegung Vietminh (Unabhängiges
und Alliiertes Vietnam) hervor. Sie führte einen erfolgreichen
Guerillakrieg und kontrollierte schliesslich den größten
Teil Vietnams. Durch die Niederlage in Diên Biên Phu am
7. Mai 1954 wurden die bewaffneten Kämpfe beendet. Die Franzosen
erklärten sich in Genf zum Abzug der Truppen bereit. Das Genfer
Abkommen schaffte eine Demarkationslinie am 17. Breitengrad: ein kommunistisches
Nordvietnam und ein kapitalistisches Südvietnam entstand. In den
Jahren 1959 – 1963 steuert die kommunistische Regierung Nordvietnams
einen Kurs eskalierender militärischer Konfrontation. Über
40.000 nordvietnamesische Guerillakämpfer werden im Süden
des Landes stationiert. Als militärische Versorgungslinie der Kommunisten
in Südvietnam dient der sogenannte Ho-Chi-Minh-Pfad, der auf laotischem
und kambodschanischem Gebiet verläuft.
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