Geographie
Das Land umfasst 330.363 km² – damit ist Vietnam in etwa so gross wie Italien oder Neu Mexiko. Das Land besteht aus drei geographischen Regionen – dem tropischen Süden mit den Ausläufern des Mekong, der trockenen Region im Zentrum und dem Norden, der das Delta des Roten Flusses und die Gebirgsgegend umfasst.
Klima
Das Klima in Vietnam ist je nach Region sehr unterschiedlich.

Im Norden: Die „kalte“ Jahreszeit bringt in den Monaten zwischen November und April Temperaturen um 16°C. Dagegen in den Monaten Mai bis Oktober liegen die Durchschnittstemperaturen bei 30°C, es ist feucht und heiß.

Im Zentrum: Hier besteht eine Kombination aus dem Klima des Nordens und des Südens. Der Süden beinhaltet weniger Regenfälle und die Temperaturen ähneln sich denen im Süden. Im Norden treten häufiger Regenfälle auf. Die Teperatur- schwankungen sind beträchtlich. Die Regenzeit dauert von September bis Dezember.Besonders während den Monaten Oktober bis November wird Zentralvietnam oft von Taifunen mit starken Winden und schweren Regengüssen heimgesucht.
Im Süden: Die Temperaturen bleiben fast das ganze Jahr über konstant 25-30°C. Die Trockenzeit dauert von November bis April und die Regenzeit von Mai bis Oktober.

Geschichte
Um 111 vor unserer Zeitrechnung weitete die chinesische Han Dynastie ihren Einflussbereich nach Süden, in das Gebiet um den Roten Fluss aus. Die folgenden Jahrhunderte wurde der Norden des heutigen Vietnams stark von chinesischer Kultur beeinflusst. Dazu gehörte vor allem die Etablierung eines damals modernen Staats- und Verwaltungswesens. Die vietnamesischen Dynastien und der vietnamesische Kaiserhof folgten den Strukturvorbildern aus Peking. 939 n.Ch. fand die chinesische Fremdherrschaft ihr partielles Ende. Der Staat Dai Viet (Großvietnam) wurde gegründet.

Das vietnamesische Kaiserreich dehnte sich über die Jahrhunderte langsam nach Süden aus und erreichte in der Mitte des 18. Jahrhunderts den Golf von Siam.

Mit dem Jahr 1858 begann eine neue Epoche vietnamesischer Geschichte: französische Truppen eroberten da heutige Danang . Drei Jahre später trat der vietnamesische Kaiser Tu Doc Südvietnam an Frankreich ab. Die Kolonie Cochin China wurde errichtet. 1883 wurde auch der Rest des Reiches dem französischen Protektorat eingegliedert.

1930 probte die Vietnamesische National Partei einen erfolglosen Aufstand. Die französischen Repressionen zwang die Opposition schliesslich, sich an die im Untergrund organisierten Widerstandler - die Kommunisten - zu wenden. 1941 ging aus der von Ho Chi Minh gegründeten Kommunistischen Partei (1930) Indochinas die Freiheitsbewegung Vietminh (Unabhängiges und Alliiertes Vietnam) hervor. Sie führte einen erfolgreichen Guerillakrieg und kontrollierte schliesslich den größten Teil Vietnams. Durch die Niederlage in Diên Biên Phu am 7. Mai 1954 wurden die bewaffneten Kämpfe beendet. Die Franzosen erklärten sich in Genf zum Abzug der Truppen bereit. Das Genfer Abkommen schaffte eine Demarkationslinie am 17. Breitengrad: ein kommunistisches Nordvietnam und ein kapitalistisches Südvietnam entstand. In den Jahren 1959 – 1963 steuert die kommunistische Regierung Nordvietnams einen Kurs eskalierender militärischer Konfrontation. Über 40.000 nordvietnamesische Guerillakämpfer werden im Süden des Landes stationiert. Als militärische Versorgungslinie der Kommunisten in Südvietnam dient der sogenannte Ho-Chi-Minh-Pfad, der auf laotischem und kambodschanischem Gebiet verläuft.

Die amerikanischen Bombenangriffe auf Nordvietnam ab 1964 brachten zwar erhebliche Verluste, unterbanden jedoch den Nachschub nach Süden nicht. Auf der Höhe des Vietnamkriegs 1968 hatten die USA rund eine halbe Million Soldaten in Vietnam stationiert. Am 1. Februar 1968 begannen die Truppen der nationalen Befreiungsarmee mit ihrer groß angelegten Tet-Offensive.
Diese Offensive des sogenannten Vietcong gilt als Wendepunkt im Vietnamkrieg. Die US-Regierung war nun nicht mehr primär am Kriegsgewinn interessiert; das vorderste Ziel wurde der Rückzug aus einem offenbar nicht mehr zu gewinnenden Krieg. 1969 begannen in Paris Verhandlungen zwischen den USA, Südvietnam, Nordvietnam und dem Vietcong zum Rückzug der amerikanischen Truppen aus Vietnam. Ein Waffenstillstand wurde 1973 unterzeichnet. Schon im März verließen die letzten amerikanischen Truppen das Land. Zwei Jahre später führte eine großangelegte Offensive zur Besetzung Saigons durch nordvietnamesische Truppen. Eine Epoche des Krieges war beendet. Im Jahr 1979 wurde offiziell die Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam zur Sozialistischen Republik Vietnam (SRV) vollzogen. 1996 wurde Vietnam vollwertiges ASEAN-Mitglied.

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